Jahr 2

Heute ist wieder der Tag. Der 2. Jahrestag! 19.12.
Heute um diese Zeit fuhr ich mit einem toten Hund von Hamburg nach Diepenau. Nach einer OP, die als normal riskant galt und die der kleine Kerl recht gut überstanden zu haben schien. Er lief rum, machte seine Geschäfte und ja, er war angefaßt, mehr als mir lieb war. Aber, laut Tierärztin war alles, soweit sicht- und hörbar, ok.
Leider war scheinbar nichts ok. Stunden später ist er gegangen, still und leise. Die Tierärztin hatte keine Erklärung, jedenfalls keine, die sie an mich weitergab. Es bleibt bis heute unbeantwortet.
Und, es nützt nichts, das Leben schreitet voran, es nimmt keine Rücksicht. Und, man kann die Zeit nicht zurückdrehen. Hätte, hätte, hätte, tausend Fragen, keine Antworten. So bleiben wir zurück, deutlich verändert, vielleicht in manchem stärker geworden. Wir haben einen hohen Preis gezahlt, für das, was passiert ist.
Ich werde diesen, meinen absoluten Herzenshund niemals vergessen, Coffini war mehr als ein Hund, er war pures Glück. Dankbar bin ich dafür, dass er eine kurze Zeit bei mir und uns sein durfte. Vielleicht war seine Zeit gekommen, für uns zu früh. Vielleicht war sein Leben auf der emotionalen Überholspur deshalb so kurz. Wir werden es nie wissen.

Geblieben ist für mich viel von ihm. Vor allem sein Sohn – sein einziger Sohn – der Dee, das Deedelchen, der Dieter. Heute zwei Jahre alt, in der Nacht geboren, in der sein Vater starb, viel mehr Drama geht kaum.

Und heute: Bin ich unendlich dankbar, dass wir es gewagt haben, ihn zu uns zu nehmen. In meiner damaligen emotionalen Verfassung waren wir kaum in der Lage zu wissen, was richtig oder falsch ist. Nur die Hoffnung, dass diese Entscheidung richtig ist, hat es getragen. Nochmal Danke an Claudia Seemann, einer meiner besten Freundinnen, die mich durch diese Zeit getragen und mir das Deedelchen anvertraut hat.

Dee ist keine Kopie seines Vaters, und doch hat er so viel von ihm, er läuft wie er, er hat seine Augen, er springt wie er. Und, er ist ein Bulle in allem was er tut. Eleganz hat er nicht erfunden und elfengleiches Rumhüpfen entspricht ihm nicht. Er hat Kraft und Energie für zwei. Und, ich liebe ihn abgöttisch. Die Angst, dass ihm was passieren könnte, ist immer da, aber nicht mehr so panisch wie am Anfang, es hat sich alles eingespielt, wir sind wieder im Alltag angekommen.

Freude und Glück haben seinen Raum zurück bekommen. Wir können unser Leben wieder annehmen.

Danke für alles, Coffini, Du hast mein Leben besser gemacht. Keiner weiß, wo wir heute wären ohne all´das was passiert ist, durch und mit ihm.