SW Follow me from Jupita

Unsere Juppi – oder: Manche Dinge brauchen ihre Zeit.

Geburtszeit: 8:52, 10.06.2020
Geburtsgewicht: 163 gr
Farbe: sw

Lang ersehnt!

Stormy Wight´s Follow me from Jupita – die vierte Generation der Stormy Wight´s.

Zur Vorgeschichte:

Viereinhalb Jahre haben wir uns Zeit genommen. Mindestens drei Jahre davon haben wir immer wieder darüber nachgedacht, ob wir einen Wurf mit Else, aus unserem E-Wurf im Jahre 2015, machen werden.

Else, die von Roger im Agility geführt wird, ist optisch und in ihrer Leistungsbereitschaft ein Ausnahmehund, da brauchen wir nicht lange rumzudiskutieren. Aber, sie ist auch ein sehr anspruchsvolles Mädel, einerseits hypersensibel, andererseits mit einer niedrigen Reizschwelle, was wir im Rudel schon schmerzlich spüren mußten. Nicht ohne Grund mußten wir auch Entscheidungen bzgl. unserer Rudelkonstellation treffen, die uns mehr als schwer gefallen sind.

Dann kam Corona! Und wie durch eine glückliche Fügung hatte ich kurz vor Corona alle Formalitäten rund um Else, ihre Zuchtzulassung und meine Zwingerabnahme nach Umzug abgewickelt. Rogers Drängeln sei Dank. Manchmal ist es doch gut, Dinge nicht immer wieder aufzuschieben. So war also tatsächlich der Weg frei für Welpen von Else. Ohne Corona wäre das so nicht von uns umgesetzt worden, vielleicht auch gar nicht mehr, wer kann das schon sagen.

Für den Rüden hatten wir klare Wünsche. Hier würde ich sagen: Back to the roots! Es war immer meine und auch unsere Philosophie, dass wir Rüden einsetzen, die ihre Qualität in der Arbeit schon gezeigt haben. Besonders Roger hat hier deutlich gemacht, dass er keinen Rüden für Else in die engere Wahl nimmt, der nicht gearbeitet wird oder wurde, und unter Arbeit versteht er nicht, dass der Hund mal eine Begleithundeprüfung gelaufen ist. Er hat es damit begründet, dass er sehen will, wie der Hund auch unter Belastung beim Arbeiten regelmäßig agiert.

Da gehen die Meinungen sicher, je nach Gemengelage, auseinander, auch aus nicht-arbeitenden Eltern können erstklassige Arbeitsterrier entstehen oder aus Arbeitslinien auch wahre Couchpotatoes. Die Vererbung funktioniert nie 1 + 1 = 2 – leider. Sonst wäre Zucht ziemlich einfach. Und, zudem hat Prägung, Erziehung und Ausbildung auch einen wesentlichen Anteil. Fakt ist aber, dass wir für Else einen führigen, in sich ruhenden Partner wollten, der auch gezeigt hat, dass er mit Köpfchen und Power arbeitet – Punkt. Wieviel wir dann davon in unseren Babies wiederfinden, das wird die Zeit und die Erziehung der kleinen Zwerge später zeigen.

Cash vom Dachsfelsen

Meine Wahl fiel auf Cash vom Dachsfelsen. Warum? Ein relativ unbekannter, tricolor, knapp broken Rüde, der kaum beworben wird, aus einem PRTCD-Zwinger, und dazu noch mit Linien, die man heute nur noch in wenigen Ahnentafeln findet oder eher ganz weit hinten. Cash´s Eltern sind Parson, die beide noch in fortgeschrittenem Alter (die Mutter mit sieben, der Vater war bereits 10 Jahre alt) diesen Wurf gezeugt haben. So kombinieren sich mit Else und Cash englische, amerikanische und alte bekannte jagdliche (meist in Deutschland gezogene) Linien in hoffentlich guter Kombination.

Cash selbst ist ein würdiger und sehr cooler Vertreter seiner Rasse. Ich schätze ihn sehr, optisch und vom Wesen – von beidem konnte ich mich ja während einer Ausstellung perönlich überzeugen – ohne daran zu denken, ihn als Deckrüden einzusetzen. Er ist kein moderner Hund, er hat Klasse auf eine Art, die man nicht mehr oft sieht. Es gibt aktuelle nur wenige Glatthaar-Rüden, die ihm optisch das Wasser reichen können. Zudem hat er bewiesen, dass er arbeiten kann. Und zwar mit Hirn.

Was waren unsere Ziele und Wünsche für diesen Wurf?

An Else selbst gibt es für mich wenig zu verbessern. Etwas mehr Winkelung in der Vorderhand. Mmmh, mehr Kopf- und Fangstärke. Und gutes Pigment. Naja, Wünsche, die bereits auf hohem Niveau eingereicht werden. Wesentlicher war unser Wunsch, das Wesen von Else etwas zu glätten, etwas mehr Gelassenheit als Basis wäre schon großartig. Wer züchtet, weiß, dass man sich zwar viel wünschen kann, aber meistens nicht das zur Welt kommt, was man erwartet hat. Weil, man weiß es einfach nicht. Ach ja, und eher glatt als rau. Ich bin geprägt durch meine erste PRT-Hündin Hazel. Ihre Ahnen findet man in dem Stammbaum von Juppi wieder. Hier findet man viele glatte Parson und auch Hazel war vom Typ her eher glatt mit einem tollen Tricolor. Das hat mich nachhaltig beeinflußt.

Der weiß-braune, so niedliche Puschelbär hat mich optisch nie in Versuchung geführt. Ich mag die drahtigen, nicht zu zarten, aber auch nicht zu wuchtigen Parson, die mit Hirn ihren Job machen. Hier liegt sicher meine große Liebe in Sachen Parson. Da stimmt der Spruch: Form follows function. Ich züchte keine Hunde, die in den Showring sollen, sie dürfen, wenn sie das Potential haben, aber ihre originäre Aufgabe sollen sie in der Arbeit finden. Auch meine eigenen Hunde werden hier nur sehr spärlich eingesetzt, Else hätte sicher alles mitgebracht um ihre Champions abzuschließen, letztendlich war es uns nicht wichtig genug. Ein Champion macht nicht den Hund aus, es ist nur eine Bewertung seines Äußeren, seines erlernten Verhalten auf einer Show und das Ergebnis von gutem Handling. Nicht mehr, aber natürlich auch nicht weniger. Ich lege weiterhin ausgesprochen viel Wert auf Wesen, Arbeitseigenschaften und natürlich (das ist selbstverständlich) ein korrektes Äußeres und Gesundheit. Beim Thema Gesundheit können wir uns nur so gut es geht absichern, bekannterweise kann man aber nicht alles kontrollieren in der Genetik. Kombiniert sich das aber dann alles gut, ist es für mich perfekt.

Hier jetzt über den Sinn von glatt bis stockhaarigen Hunden in der PRT-Zucht zu philosophieren, würde wohl zu weit führen, aber, man kann wohl sagen: Gute Hunde sind hier rar und, sie sind für die Zucht extrem wichtig und wertvoll.

Das also als „kleine“ Vorgeschichte zu Juppi.

Als am 10.06.2020 unsere „Follow Me´s“ geboren wurden, kam als erstes ein sehr dunkler, schwarz-weißer Rüde zur Welt und ich fiel fast um. Das zu meinen Sorgen zu genügend Pigment und Farbe. Ein weiterer Gedanke, der immer wieder aufkam: Was machen wir bloß, wenn es alles nur Rüden sind? Großes Schulterzucken!

Als zweites kam dann ca. fünf Minuten später eine tricolor Hündin. Juhu, Gespenst von „Nur-Rüden“ gebannt. Und, dann kurz darauf kam Juppi zur Welt, schwarz-weiß mit witziger Zeichnung. Oh man, noch ein Mädel, welch ein Glück. Danach kamen dann noch zwei Jungs, fit und mobil. Else wickelte die Geburt wie ein Profi ab, wir waren so erleichtert, dass alles unproblematisch verlaufen war.

Dann zogen die Tage ins Land, Else war eine Übermutter, die ersten Tage hat sie die Babies wie einen Schatz gehütet. Dann langsam wurde sie ruhiger, alles lief in geordneten Bahnen. Babies nahmen gut zu, Else hatte keine Probleme, fraß gut und es lief. Und, natürlich kam dann die Frage auf: Welche Hündin ist für uns die richtige Wahl? Ich beobachtete mit Argusaugen. Und, recht bald hatte ich ein Gefühl für die beiden Mädels (und auch die anderen Zwerge), welches ich aber nicht genau begründen konnte, einzig meine Beobachtungen und mein Gefühl dazu, bestimmten die Richtung. Juppi, die damals noch keinen Namen hatte, war meine Favoritin, irgendwie mochte ich ihre Art gern. Das lag weder an der Zeichnung noch daran, dass sie schwarz-weiß ist, sondern das Verhalten der beiden gab den Ausschlag. Das tricolor Mädel zeigte sich früh dynamisch mit einigermaßen viel Gequatsche. Juppi nahm es dagegen gelassener, ohne irgendwie einen verhaltenen Eindruck zu machen. Roger verhielt sich in dieser Phase eher neutral, er hätte wahrscheinlich am liebsten beide behalten, weil er sie beide toll fand und findet.

Je größer die Babies wurden umso mehr festigte sich der Eindruck von den beiden Girls und mit ca. fünf Wochen haben wir dann die Entscheidung getroffen. Juppi bleibt, Fly zieht um in eine tolle Familie mit Terriererfahrung und wird auch Agi machen.

Zum aktuellen Zeitpunkt sind die Babies bald 13 Wochen alt und entwickeln sich wunderbar. Ein sehr homogener Wurf in Sachen Größe, so wie es im Moment aussieht, bleiben alle in einer guten mittleren Größe. Beim Fell haben wir alles dabei: Vom Wollpimpf über ein gutes Rau, Broken bishin zu Glatt, die Fellqualität ist sehr gut. Viel Pigment gab es auch, auffallend sind die extrem dunklen Augen und die Zähne stehen alle prima. Die Zuchtwartin bestätigte einen fehlerfreien Wurf.

Vom Wesen her zeigt sich der Wurf recht ausgewogen. Natürlich gibt es die, die immer gerne vorne mitmischen und die etwas gechillteren, aber insgesamt empfanden wir diesen Wurf eher als entspannt. In ihren neuen Familien fügen sich alle gut ein, sind unerschrocken ohne lebensmüde zu sein. Wie sagte Roger mal: Man kann mit ihnen reden. Soweit so gut.

Juppi selbst ist ein Goldschatz, wir sind extrem glücklich mit ihr. Sie ist eine kleine Kopie ihrer Mutter, wenn man die beiden miteinander vergleicht. Im Wesen zeigt sie sich führig und sehr auf uns bezogen, sie geht offen auf die Welt zu ohne ständig ihre Grenzen auszuloten, sie kuschelt gern und tobt mit Dee durch die Räume. Ein kleines Mädel, welches mich von Anfang an mitgenommen hat. Ähnlich war es damals bei meinem Coffini. Andere Menschen sind ihr nicht so wichtig, sie ist wirklich unser Mädel. Andere Hunde sind ok, werden aber auch nicht gleich im Sturm erobert. Sie läßt sich auch mal etwas Zeit, was ich sehr gut finde. In der HAW (Hundesport Akademie Westfalen) bewegt sie sich bereits wie eine Große, völlig entspannt läuft sie durch die Halle, egal, wieviel Trubel drumrum. Ganz, ganz toll.

Wir werden sehen, wohin uns unser gemeinsamer Weg noch führt. Später dann an dieser Stelle mehr von der kleinen Jupita. (Nein, und das a ist kein Schreibfehler…!)